"Stunde der Wintervögel" vom 10. - 12. Januar 2020

Bundesweite Mitmachaktion startet zum zehnten Mal

Volkszählung in Garten und Park vom 10. bis 12. Januar

 

Anfang Januar ist es wieder so weit: zum zehnten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich dabei zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Jeder Vogelfreund kann sich an der Aktion beteiligen!Im Vorfeld der ersten bundesweiten Stunde der Wintervögel 2011 gab es eine ganze Reihe kritische Stimmen. Vor allem wurde befürchtet, die zusätzliche Aktion könnte die NABU-Gruppen überfordern und würde ihnen eine der letzten „Verschnaufpausen“ im dicht gedrängten Jahreskalender rauben. Schnell zeigte sich aber, dass viele Gruppen die Stunde der Wintervögel als willkommenen Jahresauftakt nutzen. Außerdem müssen die Gruppen am Aktionswochenende selbst nicht unbedingt tätig werden, denn Vögel am Futterhäuschen beobachten können Naturfreunde auch ohne unmittelbare NABU-Unterstützung. Viel wichtiger ist das Bewerben der Aktion in den Wochen und Monaten zuvor.

 

Der Publikumserfolg der Stunde der Wintervögel ist überwältigend. Über 120.000 Vogelfreunde haben sich 2019 an der Aktion beteiligt und Zählungen übermittelt. Fest steht: Eine naturkundliche Aktion mit derartiger Breitenwirkung gibt es in Deutschland kein zweites Mal!

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Aussagekraft einer solchen, vor allem von „blutigen Laien“ durchgeführten Momentaufnahme – ebenso wie der Stunde der Gartenvögel – sei ja wohl zweifelhaft. Selbstverständlich kann man die Stunde der Wintervögel nicht mit einer intensiven wissenschaftlichen Kartierung vergleichen und das kann auch nicht das Ziel sein. Die Aktion ergibt aber einen in der Fläche derart dichten Datenteppich, wie er mit anderen Zählmethoden nie zu erreichen wäre. Schließlich kommt es nicht darauf an, ob sich ein gemeldeter einzelner Adlerbussard oder fünf Wasserrallen verifizieren lassen.

 
 
Feldsperling
Feldsperling

Entscheidend sind die häufigen Arten des Siedlungsraums und dort sind die Ergebnisse erstaunlich präzise und belastbar. Beim Ausbruch des Usutu-Virus am Oberrhein hat sich dies eindrucksvoll bestätigt. Das Befallsgebiet zeichnete sich später auf der Karte genau ab. Im Vergleich mit den Vorjahreszahlen der Garten- wie der Wintervogelaktion sowie der befallsfreien Gebiete ließen sich die virusbedingten Verluste auf rund 300.000 Amseln hochrechnen.

Wir lernen bei der Stunde der Wintervögel nicht nur etwas über die Vogelwelt, sondern auch über die Vogelfreunde. So nehmen etwas mehr Frauen als Männer teil, was in Naturkunde und Naturschutz eher ungewöhnlich ist. Weniger überraschend ist die Altersstruktur: 83 Prozent der Teilnehmer sind 40 Jahre und älter, wobei der Schwerpunkt recht gleichmäßig über das Spektrum von 40 bis 70 Jahren verteilt ist. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer sind „Wiederholungstäter“, haben also bereits an der vorigen Stunde der Winter- oder Gartenvögel teilgenommen.

80 Prozent der Teilnehmer geben ihre Meldung online ab. Das zeigt, dass das Internet längst nicht mehr nur das Medium der Jüngeren ist. Zeitungen und Zeitschriften bleiben dennoch wichtig, mehr als die Hälfte der Teilnehmer gibt an, dort von der Aktion erfahren zu haben.

Gravierend sind die regionalen Unterschiede. Aus Bayern und Thüringen gingen in Relation zur Einwohnerzahl vier bis fünfmal so viele Meldungen ein wie aus Berlin und dem Saarland. Offensichtlich sind die Bewerbung der Aktion vor Ort und Kooperationen mit regionalen Medien entscheidend für den Erfolg. Dabei darf die Motivation der eigenen Mitglieder zur Teilnahme nicht vergessen werden. Schließlich müssten gerade NABU-Mitglieder für die Stunde der Wintervögel zu begeistern sein. Bisher macht im Bundesschnitt gerade einmal jedes achtzigste Mitglied mit, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg immerhin jedes dreißigste – es ist also noch Luft nach oben.
Haubenmeise im Winter
Haubenmeise im Winter

Jeder kann mitmachen !

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld.
Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Aber wo genau kommen sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, betont Horst Lobensteiner vom NABU Rastede.

Eine besondere Qualifikation außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Unter den Teilnehmern werden zahlreiche Bücher, Futtersäulen und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der Meldungen wird im Internet live zu verfolgen sein.

Amsel im Schnee, Foto: Mike Lane/fotolia
Amsel im Schnee, Foto: Mike Lane/fotolia

Und so geht es:

1. Vögel zählen

Suchen Sie sich einen Platz, von wo aus Sie gut beobachten können. Notieren Sie von jeder Art die höchste Anzahl der Vögel, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen waren. Das vermeidet Doppelzählungen.

Eine besondere Qualifikation außer dem Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Nutzen Sie auch die Zählhilfe zum Ausdrucken oder unsere Online-Tipps zum Vögel bestimmen.

2. Beobachtungen melden

Bitte nutzen Sie das Online-Meldeformular oder melden Sie per App. So sparen wir Kosten und die Beobachtungen fließen live in die Auswertung ein – danke! Das Formular ist vom Aktionsbeginn am 10. Januar bis zum Ende der Meldefrist am 20. Januar freigeschaltet.

Oder melden Sie per Post: Einfach von einem unserer 200.000 Teilnahmeflyer die Meldebogen-Postkarte abtrennen, mit 60 Cent frankieren und bis zum 20. Januar an NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin absenden (Datum des Poststempels). Meldebogen zum Ausdrucken

Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157115 werden Ihre Daten am 11. und 12. Januar von 10 bis 18 Uhr auch direkt entgegen genommen.

Oder Sie geben Ihre Meldung unten direkt ein.
 

Alle Teilnahmemöglichkeiten können Sie hier nachlesen.

 

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