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Exkursion zu den nordischen Wildgänsen, Schwänen und

Entenvögeln

Bericht und Fotos von Silke Lorenz, NABU Rastede

Unter 60 überwiegend Höckerschwänen befanden sich auch acht Singschwäne auf einem Feld
Unter 60 überwiegend Höckerschwänen befanden sich auch acht Singschwäne auf einem Feld

21.02.2016: Das regnerische Winterwetter lud nicht gerade zu einer ornithologischen Sonntagstour an den südlichen Jadebusen bei Varel ein, um die bei uns überwinternden nordischen Wildgänse, Schwäne und Enten zu beobachten. Dennoch hat sich eine kleine Gruppe aus Rastede aufgemacht und wurde bei Weitem nicht enttäuscht.

Ein Schwarm mit mehreren Tausend (vorwiegend) Weißwangengänsen und ein ebenso großer Schwarm mit Kiebitzen konnten in der Ferne mit dem Spektiv, kleine Trupps von Bless- und Graugänsen auch vom Auto aus mit dem Fernglas in der Nähe erfasst werden. Weitere häufig anzutreffende Arten wie Mäusebussarde, Elstern, Silber- und Graureiher, Saat- und Rabenkrähen u.a. wurden am Wegesrand ausgemacht.

Spannend wurde es, als sich plötzlich in der Ferne ungewöhnlich viele Enten aufgeregt in die Luft erhoben. Hatte dort ein Greifvogel nach einem Opfer Ausschau gehalten? Kurze Zeit später bestätigte sich der Verdacht: Zwei noch nicht erwachsene Seeadler erschienen mit majestätischem Flügelschlag für einen kurzen Moment im Sucher des Spektivs und verschwanden wieder in der Ferne.

An Einmaligkeit sollte es bei diesem Ereignis nicht bleiben. Bei der Weiterfahrt tauchte auf einem Feld plötzlich eine Gruppe von ca. 60 Schwänen auf. Die große Anzahl der heimischen Höckerschwäne allein ist schon nicht alltäglich. Aber damit nicht genug, unter ihnen befanden sich 8 Singschwäne, deren Brutgebiet sich von Island über Skandinavien bis weit hinein in die russische Taiga und Tundra erstreckt. Hier im Überwinterungsgebiet stellen das Grün und die Sämereien eine ihrer Hauptnahrungsquellen dar, die sie als Energie für ihre lange Weiterreise benötigen. Einer von ihnen war beringt. Den abgelesenen Code kann der beobachtende Ornithologe an ein Beringungsinstitut melden. Nach entsprechender Bearbeitungszeit werden dem Melder alle bisherigen Eintragungen, die sich über seine gesamte lange Reise beziehen, zugestellt. Wegen einer möglichen Gefährdung, dürfen diese Daten allerdings nicht veröffentlich werden.

Die Lupe zeigt einen Schwarm Alpenstrandläufer beim Wapeler Siel
Die Lupe zeigt einen Schwarm Alpenstrandläufer beim Wapeler Siel

Zum Abschluss ein Blick über das Wapeler Siel: der Wind hatte das Wasser vom Jadebusen weit vorgerückt, sodass sich nur einige Entenvögel, wie Pfeif- und Krickenten sowie Brandgänse auf den angrenzenden Wiesen aufgehalten haben. Und noch ein letzter Höhepunkt am Schluss: Zehntausende Alpenstrandläufer boten in der Ferne um den Leuchtturm von Arngast beeindruckende Formationen am Himmel, ein ähnlich spektakuläres Ereignis wie es von den Abendflügen riesiger Starenscharen bekannt ist.

 

Liste der beobachteten Arten (alphabetisch)

Alpenstrandläufer, Austernfischer, Blessgans, Brandgans, Elster, Gänsesäger, Graugans, Graureiher, Großer Brachvogel, Höckerschwan, Kiebitz, Kohlmeise, Kormoran, Krickente, Mäusebussard, Nilgans, Pfeifente, Rabenkrähe, Reiherente, Ringeltaube, Saatkrähe, Seeadler, Silbermöwe, Silberreiher, Singschwan, Star, Stockente, Sturmmöwe, Turmfalke, Weißwangengans, Zwergsäger

 

 

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