Jahresbericht 2003

Torfabbau im Hankhauser- / Barghorner Moor
Alle Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Aktion zur Rettung von Hankhauser Esch und -Geestrand in Rastede
(Vorgeschichte und Chronologie der Ereignisse sind im Jahresbericht 2002 und hier.)
Für die Bürger völlig überraschend beschloß der Gemeinderat am 08.01.2003 mit den Stimmen von CDU und FDP gegen die Stimmen der SPD, der Grünen und der UWG den Flächennutzungsplan 20 (FNP 20) und damit die Bebauung großer Teile des Hankhauser Eschs. Das löste beim NABU und vielen Bürgern einen Sturm der Entrüstung aus. Im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung protestierten viele Bürger und der NABU aufs heftigste mit Eingaben und Stellungnahmen. Auch NDR Radio Niedersachsen berichtete. Es bildete sich spontan eine Bürgerbewegung, die mit Flugblättern weite Bevölkerungskreise von dem drohenden Verlust eines der wertvollsten Landschaften im Ammerland in Kenntnis setzten. Die Ammerländer Naturschutzorganisationen versuchten im März mit der Beantragung einer Einstweiligen Sicherstellung nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz eine Bebauung des Eschs bis zur Untersuchung der Schutzwürdigkeit durch den Landkreis zu verhindern, was aber vom Kreistag abgelehnt wurde. Nach der Konstituierung der Bürgergemeinschaft "Rettet den Hankhauser Esch" am 01.04.2003 wurden in großen Teilen der Gemeinde Unterschriften gesammelt und auf dem Esch drei große Plakatwände und einige Spruchbänder installiert. Der NABU startete mit den übrigen Ammerländer Naturschutzorganisationen BUND, Naturschutzgemeinschaft und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine Zählaktion "1 Euro zur Rettung des Hankhauser Eschs". Der Niedersächsische Heimatbund wurde bei einem Besuch in Hannover um eine Intervention gebeten. Auch dem zuständigen Dezernenten bei der Bezirksregierung Weser-Ems sind die Bedenken der Bürger und Verbände vorgetragen worden. Letztlich führten die starken öffentlichen, auch über die Medien verbreiteten Proteste dazu, dass dem FNP 20 in der vorgelegten Form die Genehmigung versagt blieb. Eine "abgespeckte" Version, die eilig nachgeschoben wurde, sah eine wurmartige Bebauung entlang des Hankhauser Buschs vor. Nachdem auch dieser Variante die Zustimmung versagt blieb, entschloß sich die Gemeinde, ein Gutachten über die Bebaubarkeit des Eschs im Wert von 10.000 Euro (!) in Auftrag zu geben. Nachdem auch dieses Gutachten dem Esch Schutzwürdigkeit bescheinigte, vertagte die Gemeinde das Schicksal des FNP 20 bis zur Entscheidung des Landkreises über den Unterschutzstellungsantrag der Ammerländer Naturschutzorganisationen. Der NABU wird im weiteren Verfahren um die Unterschutzstellung des Hankhauser Eschs seinen fachlichen Beitrag leisten.

Internetseiten
Die Internetseiten des NABU Rastede wurden im Laufe des Jahres erweitert und immer wieder fortgeschrieben bzw. aktualisiert. So wird derzeit über die Spritspar-Aktion des NABU, den Stand der Planung des 20. Flächennutzungsplanes (Hankhauser Esch), die Gefahr der Abtorfung des Hankhauser-/Barghorner Moores, die Vögel der Jahre 2003 (Mauersegler) und 2004 (Zaunkönig), die Jahresberichte ab dem Jahr 2001, die Anmerkungen zur Winterfütterung von Wildvögeln und die Veranstaltungstermine des lfd. Jahres berichtet.

Exkursionen
- Die Februar-Exkursion in die Jader Marsch zu den bei uns überwinternden Gänsen aus arktischen Regionen zog auch in diesem Jahr wieder viele von diesem Naturschauspiel Begeisterte an. Leider hatten sich die Gänse bei kaltem aber schönem Wetter aus der Marsch zurückgezogen. Dafür waren als Entschädigung am Wapeler Siel viele schöne Beobachtungen möglich.
- Die frühmorgendliche vogelkundliche Schlossparkwanderung war bei guten äußeren Bedingungen wieder gut besucht. Bereits am Denkmalsplatz und später bei der Wanderung zum Ellernteich konnte den Teilnehmern eine große Zahl unserer heimischen Singvögel vorgestellt und näher gebracht werden.
- Das "Lange Wochenende für den Naturschutz" von NDR Radio Niedersachsen begann am Himmelfahrtstag auf dem Käsehof Kreke bei Ocholt mit der Auftaktveranstaltung des Landkreises Ammerland mit den im Ammerland tätigen Naturschutzorganisationen und staatlichen Institutionen. NABU und NAJU Rastede waren mit einem eigenen Stand vertreten. Das Interesse der Bevölkerung war riesengroß und auch das herrliche Wetter trug zu dem rundum gelungenen Fest bei. Der NDR berichtete in Interviews von diesem Ereignis.
- Das Fledermaus-Kinderfest der NAJU im Rahmen des "Langen Wochenendes für den Naturschutz" stieß mit insgesamt 120 Kindern und Erwachsenen an seine Kapazitätsgrenzen. Obwohl die Fledermäuse sich an diesem Abend viel Zeit mit ihrem Auftritt ließen und die Kinder schon ungeduldig wurden, war das Fest mit vielen Spielen für die Kinder ein voller Erfolg.
- Die beiden im Rahmen der "Geführten Erlebnisse" in Rastede angebotenen naturkundlichen Fahrradtouren ins Hankhauser Moor und entlang der Küste bis Wilhelmshaven wurden aus Protest gegen die geplante Bebauung und damit der Zerstörung des Hankhauser Eschs als eines der wichtigsten, auch touristischen "Highlights" Rastedes abgesagt.

Krötenwanderung
Mit Fangnetzen und Eimern wurden in der Park- und Eichenbruchstraße wieder über 1400 Amphibien sicher an ihre Laichgewässer getragen. Die Zählung ergab ca.1000 Erdkröten, 200 Grasfrösche und 230 Teichmolche sowie einzelne Teichfrösche. Nicht mitgerechnet werden konnten die von den Kindern der Anlieger geretteten Amphibien, sodass die Gesamtzahl eher gegen 2000 Tiere tendieren dürfte. Gedankt sei den vielen kleinen und großen Helfern, allen voran der Familie Heinemann.

Eulenturm Südbäke
Der ehemalige Trafoturm in Südbäke ist auch in diesem Jahr wieder von Schleiereulen als Brutplatz genutzt worden. Erst bei Öffnung der Brutraumtür anläßlich der Reinigung des großen, zweigeteilten Kastens verließ mindestens eine Schleiereule ihren Tagesschlafplatz. Das vorgefundene Gewölle (von den Tieren ausgewürgte Speiballen mit den unverdaulichen Nahrungsresten der Beutetiere wie Knochen, Felle u.ä.) läßt auf mindestens eine Jahresbrut schließen. Schleiereulen ernähren sich fast ausschließlich von Mäusen, d. h. gute Mäusejahre sind regelmäßig auch die Jahre, in denen Schleiereulen erfolgreich Junge aufziehen können.

Naturschutzjugend (NAJU)
Die NAJU hat das Fledermaus-Kinderfest im Rahmen des NDR-"Langen Wochenendes für den Naturschutz" in eigener Regie durchgeführt. Das war bei dem enormen Andrang am 30. Mai mit über 120 Kindern und Eltern kein leichtes Unterfangen, zumal sich an diesem Abend die Fledermäuse erst lange zu einem Demonstrationsflug "überreden" lassen mußten.
Auf dem Rasteder Ellernfest wurde in einem selbst errichteten Zelt die Situation des vom Torfabbau bedrohten Hankhauser-/Barghorner Moores thematisiert. Auch moortypische Vögel und ein Moormodell konnte der Öffentlichkeit neben Vogelstimmen und einem Gewinnspiel präsentiert werden. Für Themen dieser Art bleibt allerdings auf einem Festplatz wenig Raum für öffentliche Beachtung, die diese Ausstellung wirklich verdient gehabt hätte.
Die Kindergruppe in der Villa Hartmann entwickelt sich etwas zäh. Nur wenige Kinder sind dem heutigen Zeitgeist entsprechend bereit, sich in Kontinuität einer Gruppe anzuschließen. In einer Werbeaktion sollen weitere Kinder in Rastede angesprochen werden.

Verbandsbeteiligung
Einen wesentlichen Anteil an der Schreibtischarbeit nimmt die nach Bundes- und Landesnaturschutzgesetz vorgeschriebene Verbandsbeteiligung bei (Bau-) Vorhaben im Außenbereich ein. In diesen Verfahren für das gesamte Ammerland versucht der NABU Rastede in Stellungnahmen mit mehr oder weniger Erfolg die Natur- und Umweltverträglichkeit der Projekte kritisch zu durchleuchten. Neben der möglichen Abtorfung wird sich auch langfristig das Gesicht der Rasteder Moore ändern. Die Weite der Moorlandschaft wird nach Aufgabe der Bewirtschaftung durch die Landwirte zunehmend durch vom Landkreis genehmigte Aufforstungen gestört werden. Hier gilt es die Landschaft, auch im Hinblick auf die touristische Attraktivität Rastedes, vor einer Bewaldung in den Bereichen zu schützen, die aufgrund ihrer Struktur und Morphologie hochmoortypisch bleiben sollten.

Dank an die Förderer
Bei folgenden Institutionen und Personen dürfen wir uns für die geleistete Unterstützung im Jahre 2003 herzlich bedanken:

- Johannes Becher, Rastede
- Olaf Becker, Rastede
- Edith und Egon Bunjes, Rastede
- Marie-Luise und Rainer Felber, Rastede
- Ellen Janssen, Rastede
- Kloeckner Pentaplast GmbH, Heiligenroth
- Manfred Schander, Rastede
- Seniorenkreis Bürgerfelde-West, Oldenburg
- Brigitte und Ulrich Sudmeyer, Troisdorf
- Margarethe Strobl, Bad Zwischenahn

Rastede baut sich zu !

Göhlen, Ipwege, Hankhausen IV, Hahn-Lehmden und und und: Wie ist der Bauwahn in Rastede zu stoppen?
Göhlen, Ipwege, Hankhausen IV, Hahn-Lehmden und und und: Wie ist der Bauwahn in Rastede zu stoppen?

Die Feldlerche: Vogel des Jahres 2019

Bei uns längst zur Rarität geworden und akut vor dem lokalen Aussterben !
Bei uns längst zur Rarität geworden und akut vor dem lokalen Aussterben !

Hankhauser Moor: Über Torfab-bau entscheidet das Gericht !

Umweltausschuss am 10.10.: Die LSG-Verordnung wird vorerst zurückgestellt!
Umweltausschuss am 10.10.: Die LSG-Verordnung wird vorerst zurückgestellt!

Windparks im Norden Rastedes: Stellungnahme unter "Aktuelles"

Fotomontage S. Lorenz (Ipweger Moor)
Fotomontage S. Lorenz (Ipweger Moor)

Klage gegen den Planfeststel-lungsbeschluss des ersten Abschnitts ist eingereicht!

Naturzerstörend wie keine andere und unsinnig zugleich: die A 20 (A 22)
Naturzerstörend wie keine andere und unsinnig zugleich: die A 20 (A 22)

Erschreckend: In 30 Jahren ver- schwanden 3/4 unserer Insekten

Lesenswerter Kommentar dazu von Förster Sönke Hofmann im Weserkurier (23.12.)
Lesenswerter Kommentar dazu von Förster Sönke Hofmann im Weserkurier (23.12.)

Rastedes Verstädterung setzt sich ungebremst fort !

Baugebiet auf Sickerflächen im Göhlen, s. NABU-Stellungnahme, Foto Silke Lorenz
Baugebiet auf Sickerflächen im Göhlen, s. NABU-Stellungnahme, Foto Silke Lorenz
Vielen Dank an BINGO für die Finanzierung des Amphibienteiches an der Parkstrasse!
Vielen Dank an BINGO für die Finanzierung des Amphibienteiches an der Parkstrasse!

Willkommen Wolf ?

Im Ammerland hat er leidvolle Erfahrungen gemacht: s. Stellungnahme des NABU-Landesverbandes Nds.,  Foto: C. Bosch
Im Ammerland hat er leidvolle Erfahrungen gemacht: s. Stellungnahme des NABU-Landesverbandes Nds., Foto: C. Bosch

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