J a h r e s b e r i c h t  2 0 1 4

Red.: S. Lorenz / H. Lobensteiner, Fotos S. Lorenz

Grafik Dieter Hagen
Grafik Dieter Hagen

Bürger gegen Massenkuhställe in Rastede-Kleibrok  (s. auch Jahresbericht 2013)


26.11.2014: Von der Bürgerinitiative "Kuhdorf - Nein danke!" ist der Klagefonds eingerichtet worden, mit der eine evtl. Klage gegen den geplanten Milchviehstall in Kleibrok finanziert werden soll. Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werden:

Raiba Rastede                              

Konto 103 226 701

BLZ 280 621 65 Stichwort "Klagefonds"

 

16.09.2014: Bei der Bürgerversammlung am 16.09.2014 wurden von BI-Mitglied Dr. Jürgen Remmers noch einmal die bisherigen Aktivitäten der BI angesprochen und die wichtigsten Verfahrensfehler der inzwischen vom Landkreis erteilten Baugenehmigung für den Milchkuhstall erläutert. Alle an den Landkreis übersandten Einwendungen der BI-Mitglieder sind inzwischen beantwortet. Den unmittelbar betroffenen Anwohnern ist der Genehmigungsbescheid mit der Möglichkeit des Widerspruchs zugegangen. Für den (wahrscheinlichen) Fall, dass einem eingelegten Widerspruch von der Behörde nicht stattgegeben wird, besteht die Möglichkeit, mit einer Klage die Aufhebung der Baugenehmigung zu erwirken. Da mit einer Klage hohe Kosten verbunden sind, die von einzelnen Klägern nicht aufgebracht werden können, wird von der BI ein Klagefonds eingerichtet.


11.02.2014: Die Rasteder Bürgerinitiative „Kuhdorf - nein danke!“ lud zu einer Bürgerversammlung im Hotel „Zum Zollhaus“ am 11.2.2014 ein. Anlass war, der interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit zu geben, sich anhand der vorgetragenen Argumente ein Meinungsbild bezüglich der geplanten Milchviehanlage mit 592 Kühen zu verschaffen. Die Moderation übernahm Pastor Friedrich Henoch.

Wie auch schon bei vorangegangenen Veranstaltungen der BI war das Interesse mit rund 300 Teilnehmern riesig. „Die Teilnehmerliste und die vielen Zuhörer unterstreichen die Tatsache, dass es sich bei der Auseinandersetzung mit dem geplanten Objekt um ein Thema von derzeit höchster Brisanz für die betroffene Bevölkerung handelt“ betonte der Sprecher Dr. Thomas Neumann in seiner Einführung, bevor er das Wort an den Moderator Pastor Friedrich Henoch übergab.

 

Unter der Überschrift und Motto des Abends „Massentierhaltung - Quo vadis? Ist die industrielle Landwirtschaft noch sinnvoll?“ gibt Henoch zunächst einen Einblick in Ammerländer landwirtschaftliche Verhältnisse. Die industrielle Landwirtschaft mit der verbundenen Gewinnmaximierung sei ein neues Problem für diese Region. Das Ammerland habe durchaus noch gesunde Strukturen im Milchviehbereich. Jedoch seien Rückgänge von landwirtschaftlichen Betrieben von 50 % in den letzten 20 Jahren zu verzeichnen.

Als erster Redner erläutert Landwirt Christian Meyer-Hullmann sein Vorhaben, eine Milchviehanlage mit nunmehr 592 Tieren mit einem größeren Abstand zum Siedlungsgebiet zu errichten. Er möchte mit seiner „Scholle“ durch derartige Erweiterungen unter Erfüllung aller Auflagen die Existenzsicherung seiner Familie ermöglichen. Er fühle sich nicht nur als Rasteder, sondern er wolle auch dafür Sorge tragen, dass die Nachbarschaft am Ortsrand einvernehmlich bleibt. Der Vorwurf, Flächen aufzukaufen, um damit andere Landwirte zum Aufgeben zu zwingen, sei nicht seine Absicht. Eine bäuerliche Landwirtschaft wie früher sei heutzutage nicht mehr effizient und biete keine Arbeitsplätze. Die Marktgesetze und die Verteilung der Fördergelder gäben häufig die Entwicklung in der Landwirtschaft vor. Die Folge ist die Aufgabe kleinerer bäuerlicher Betriebe. Die Frage, ob er sich eine Bioproduktion vorstellen könne, verneint er u.a. mit der Begründung, dass Bioprodukte aufgrund des höheren Preises Ladenhüter blieben und regional keine Infrastruktur vorhanden sei.

In der Frage, ob ihm bewusst sei, dass durch die Errichtung einer weiteren riesigen Milchviehanlage das Missverhältnis zwischen den bewusst überschußproduzierenden reichen Ländern und den immer ärmer werdenden Ländern der sogenannten Dritten Welt weiter beschleunigt werde, erkennt der Landwirt kein Problem. Er sieht in der Milch ein deutsches Qualitätsprodukt, das sich wie jede andere Exportware auf dem Weltmarkt behaupten muss.

Zu den Themen Trinkwasserqualität, Vermaisung, Gülledüngung, Nitratwerten im Boden und im Grundwasser erklärte der Geologe Markus Penning vom OOWV den Stand der Erkenntnisse. So ist im Verbandsgebiet eine deutliche Tendenz zu erkennen, dass Mais als einzige Pflanze auf dem Acker keinen Grundwasserschutz gewährleiste. Bisherige Erfolge der letzten Jahre vor 2003 beim Grundwasserschutz wurden nachweislich durch Biogasanlagen und Maisanbau (für das EEG-Gesetz) zunichte gemacht. Das Trinkwasser sei sicher, wurde mehrfach betont, fraglich sei, wie lange. Das neue Güllekataster würde ein Schritt in die richtige Richtung sein, damit eine Überdüngung von hofnahen Flächen nahezu ausgeschlossen werde. Das Argument, dass die Nitratbelastung des Grundwassers aufgrund der auf die Grünflächen im Umkreis des geplanten Milchviehstalles aufgebrachten Gülle nur deshalb für die Rasteder nicht relevant ist, weil in diesem Gebiet aus dem Grundwasser kein Trinkwasser gewonnen wird, wird als sehr bedenklich angesehen.

Neben MRSA (Multi Resistenter Staphylokokkus Aureus) in Krankenhäusern (HA-MRSA) findet sich zunehmend ein spezifischer MRSA-Stamm in der Massentierhaltung (LA-MRSA). Dazu erklärt die Ärztin Dr. Dörthe Henoch, dass dieser antibiotikaresistente Keim zwar in der Milchviehhaltung noch nicht so häufig wie in der Schweinehaltung (ca.70%) und Putenhaltung (ca. 90%) nachzuweisen sei, jedoch mit immerhin 17 % zu Buche schlage. Dieser in der Massentierhaltung anzutreffende Keim sei auf Menschen übertragbar, so dass inzwischen bis zu 86% der Landwirte (in MRSA positiven Betrieben) mit direktem Tierkontakt Keimträger seien.

Der Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung liege in Deutschland mit 1700 Tonnen pro Jahr 40-mal höher als der Antibiotikaverbrauch in allen deutschen Krankenhäusern.

 Die Position des Naturschutzes wird von Susanne Grube vom BUND Ammerland anschaulich dargestellt. Insekten und Kleinlebewesen leiden unter der Monotonie der Landschaft und der intensiven Bewirtschaftung unserer Wiesen und Felder. Vögel leiden als Folgeerscheinung des schwindenden Nahrungsangebotes besonders, so werden beispielsweise seit Jahren Rückgänge der Kiebitze verzeichnet. Das Landschaftsbild des Ammerlandes hat seinen Reiz und ist geprägt durch die Weidehaltung. Weidegang der Rinder ist gerade unter Naturschutzaspekten die natürlichste Lebensform.

 Ottmar Ilchmann (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft - AbL) referierte mit Weitblick und setzt Meyer-Hullmann entgegen, dass die Milchproduktion in Deutschland keinesfalls kostendeckend sei und durch vielfache versteckte Subventionen erst zu einem Geschäft für die Branche wird. Agrardiesel, Stilllegungsquoten, AfP - Maßnahmen zur Gebäudefinanzierung, aber auch Biogasförderprogramme, um nur einige zu nennen, zeigen, dass Milch hierzulande teuer mit Hilfe des Steuerzahlers produziert wird. Landwirte können bei den heutigen Bedingungen in eine Schuldenfalle geraten, wenn Abhängigkeiten zu den Banken wegen hoher Kredite entsteht und die Familie nicht mehr Mithilfe einbringen kann. Viel Kritik wird am derzeitigen Geflecht aus Kraftfutterproduzenten, Berufsverbänden, Molkereien, EU-Förderrichtlinien, Landwirtschaftskammern und Landwirten geübt.

 

Die im Anschluss an die Vorträge an Pastor Henoch gerichtete Frage bezüglich der Haltung zur Verwendung von Wärme aus der Biogasproduktion fällt besonders ins Gewicht: Die Kirche lehne die Produktion von Energie aus Lebensmitteln (wie hier aus Mais) ab. Die Äcker sollten global zur Nahrungsmittelproduktion verwendet werden. Mehrgliedrige Fruchtfolgen sind anzustreben, um einer Verödung zu entgehen. So hat der Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirche in Rastede seinerzeit nach ausführlicher Diskussion beschlossen, keine Wärme für die Kirche in Wahnbek aus der Biogasanlage von Landwirt Meyer-Hullmann zu beziehen und übernimmt somit eine Vorbildfunktion.

Foto H. Schweers
Foto H. Schweers

Kein Windpark am Kleinen Bornhorster See ! (s. auch Jahresbericht 2013)

 

15.12.2014: Der BUND Niedersachsen hat in Übereinstimmung mit NABU, BSH und Bürgerinitiative Etzhorn beim Verwaltungsgericht Oldenburg eine gerichtliche Klärung der Rechtmäßigkeit der immisionsschutzrechtlichen Genehmigung des Windparks beantragt. Antragsgegner ist die Stadt Oldenburg als Genehmigungsbehörde für die Baugenehmigung der vier Windkraftanlagen.

 

Juli/August 2014: Die Rotoren der vier Windkrafträder am Oldenburger Geestrand drehen sich dank der städtischen Betriebsgenehmigung und dem vom Verwaltungsgericht Oldenburg abgewiesenen Eilantrag auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung im Sommerwind - die Gegner rüsten sich für einen Herbststurm. Zuletzt entzündete sich der Unmut an den vom Betreiber nicht eingehaltenen Abschaltzeiten der Anlagen bei Windgeschwindigkeiten unter 6 m/sek., um die abendlichen und nächtlichen Flüge der Fledermäuse (hier insbesondere der Große Abendsegler) nicht zu gefährden.

Nachdem der klägliche Versuch der Stadt gescheitert ist, ohne eigenen Ansehensverlust die streitenden Parteien am „Runden Tisch“ sich selbst zu überlassen, warten diese nun auf die längst überfällige Antwort der Stadt auf die Widersprüche sowohl des Betreibers als auch des BUND (der Widerspruch des BUND datiert vom 03.12.2013!) in Form von Widerspruchsbescheiden. Es verstärkt sich der Eindruck einer gewissen Hilflosigkeit der Stadt - möglicherweise mit dem Hintergedanken, den selbstinszenierten Ärger dem Nachfolger im Amt des Oberbürgermeisters zu überlassen.

Ob es die Stadt auf eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Ministerium wegen Untätigkeit ankommen lassen will...?

 

27.06.2014: Wegen Aussichtslosigkeit nimmt der BUND in Absprache mit den beteiligten Verbänden und der BI die Beschwerde zurück und behält sich eine Klage in der Hauptsache (wenn der Widerspruchsbescheid der Stadt nach inzwischen acht Monaten (!!!) seit Einlegung des Widerspruchs endlich erlassen wird) vor.

Juni 2014: Das Oldenburger Verwaltungsgericht lehnt den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz ab - der BUND reicht Beschwerde ein

Tief enttäuscht über die Ablehnung des vorläufigen Rechtsschutzes durch das Oldenburger Verwaltungsgericht sind die Naturschutzverbände BUND, BSH und NABU sowie die BI Etzhorn. Mit dem Antrag auf Aussetzung des Sofortvollzugs wollte der BUND als Antragsteller einen Stopp der Bauarbeiten am Windpark Etzhorn bis zur gerichtlichen Überprüfung des Genehmigungsbescheides der Stadt Oldenburg erreichen.

In Absprache mit den übrigen Verbänden und der BI hat der BUND die rechtliche Möglichkeit genutzt, die Entscheidung mit einer Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg überprüfen zu lassen, es sei denn, das Verwaltungsgericht Oldenburg hilft der Beschwerde ab.

„Küstenautobahn“ A 20 (vormals A 22)  (s. auch Jahresbericht 2013)

 

11.06.2014: In der alten Verkehrsprognose von 2007 ging das Bundesverkehrsministerium (BMVI) noch von einer Zunahme der Verkehrsleistung im Straßengüterverkehr von 84 % im Zeitraum von 2004 - 2025 aus. Nun kündigt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Zuwächse der Verkehrsleistung von nur noch 38 % im Güterverkehr und 13 % im Personenverkehr von 2010 bis 2030 an. Das entspricht einer Halbierung der Prognosewerte.

Bisher wurden vom BMVI immer Zuwächse von 70 - 80 % als Begründung für den Neubau von Autobahnen genannt. Die damaligen, dem Zweck untergeordneten Phantasie-Zuwachswerte sollten auch die Planung der A 20/22 rechtfertigen. Die A20/22-Gegner wie BUND und NABU haben diese Prognosen von Anfang an bezweifelt und werden nun bestätigt. Aber selbst die jetzigen Prognosen liegen noch deutlich über der realen Verkehrsentwicklung! Derzeit stagniert der Verkehr im Planungsraum der A 20/22 nämlich weitgehend und nimmt nur auf wenigen Strecken geringfügig zu, auf anderen sogar ab.

Diese deutlich revidierten Zuwachsraten könnten durch den Ausbau bestehender Straßen bewältigt werden sowie durch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die vorhandenen Bahnstrecken und Wasserwege, die vor der Küste verlaufen und der Hafenwirtschaft Wertschöpfung bringen würden. Das schont nicht nur den Bundeshaushalt, die Umwelt und das Klima, sondern sichert oder schafft sogar Arbeitsplätze. Es wäre auch ein deutliches Signal einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik mit dem Blick auf die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen.

NABU-Stand auf dem Ellernfest vom 12.-14.8.2014

Mit vielen Naturschutzthemen und neuen Ideen zum Umweltschutz stellte sich die NABU-Ortsgruppe Rastede nach längerer Zeit erstmals wieder auf dem Ellernfest der Öffentlichkeit vor. Das breitgefächerte Angebot für Klein und Groß reichte von Spiel- und Spaßaktionen bis hin zu konkreten Projekten. Als besondere Highlights waren die Schleiereulen-präsentation von Dr. Klaus Hinsch und die Vorstellung des Loyermoores durch Helga und Willi Martens mit ihren Exponaten zu Kreuzotter & Co. zu nennen. Ein wesentlicher Anteil der Naturschutzarbeit betrifft den Vogelschutz. Dazu zeigte der NABU an einer Stellwand unterschiedlichste Nistkästen und -hilfen mit ihren Bewohnern auf. Neben den bekannten Meisenkästen waren u.a. Eisvogelniströhre, Schwalbennisthilfen und - passend zum diesjährigen Vogel des Jahres dem Grünspecht - die Grünspechthöhle zu nennen. Viel Spaß hatten die Besucher beim Vogelquiz. Nicht viele der Teilnehmer konnten aus der Auswahl von über 80 heimischen Vogelarten alle richtig bestimmen. Es ging aber vor allem um den Spaß, die eigenen Kenntnisse zu testen. Der NABU Rastede gratuliert den Gewin-nern B. Ritschel und Familie Rüdebusch aus Rastede sowie E. Püther aus Wiefelstede.

Ein großer Anziehungspunkt war das Spiel- und Bastelangebot für alle Altersklassen. So versuchten die älteren Besucher sich am Muschelpuzzle bestehend aus Austernschalen, die alle ähnlich aussahen aber genau passend zusammengesetzt werden mussten - ein Geduldspiel der besonderen Art.

Die jüngeren Gäste lernten, wie aus einer wässrigen Masse Papier hergestellt wird oder wie dekorative Mobiles aus Naturmaterialen entstehen. Viel Andrang gab es am Sonntag beimTieraugen filzen. In bunten Farben, von der Natur kopiert, entstanden aus Murmeln und echter Schafwolle lustige kleine und große Tieraugen.

Vielfältige Infowände mit den Aktivitäten der NAJU-Kindergruppe und anderen Aktionen der Ortsgruppe sowie Fotoausstellungen der Schmetterlings- und Foto-AG des NABU Oldenburger Landes rundeten den NABU-Stand, der passend im Schatten der geschützten Baumgruppe des Rennplatzes platziert war, ab. 


Streuobstwiesen-Pflanzung an der AWO-Wohnanlage beim Mühlenhof


15.11.2014: Hand in Hand haben Angehörige der AWO-Wohnanlage am Mühlenhof und Aktive des NABU Rastede auf der Grünfläche am AWO-Gebäudekomplex eine Streuobstwiese geschaffen. Ein Gemeinschaftsprojekt, das in zweierlei Hinsicht erfolgversprechend ist: Die Verknüpfung der Naturschutzarbeit mit der sozialen Inklusion.

 Auch die kleinen Naturschützer Elise (5) und Theodor (3) helfen mit. Zunächst müssen sie für die Regenwürmer einen neuen Unterschlupf herrichten, bevor sie den Erwachsenen mit der Schippe tatkräftig zur Seite stehen. In 10 vorbereiteten Pflanzlöchern in Reihen werden die Stämme von alten Obstsorten wie z. B. der Bohlenapfel, die Conference-Birne oder die Hauszwetsche gesetzt.

Um langfristig den Lebensraum für den Grünspecht – Vogel des Jahres 2014 – zu sichern oder aufzuwerten, hat der NABU das Projekt „Lebensraum Obstwiese – ein Heim für den Grünspecht“ ins Leben gerufen, das dank der Förderung durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung umgesetzt werden konnte. Neben anderen Ortsgruppen des Oldenburger Landes freut sich die NABU-Ortsgruppe Rastede darüber, mit der AWO-Einrichtung einen kooperativen Projektpartner gefunden zu haben. Weitere gemeinsame Aktionen sind unter dem Motto „soziale Inklusion“ geplant.

Am 18.11.2014 hat dann die Kindergruppe des NABU Rastede, der Rudi-Rotbein-Club, unter Mithilfe von Angehörigen der Wohnanlage verschiedene Sträucher auf den Wall am Teich im Innenhof der Wohnanlage gepflanzt. 

Kindergruppe „Rudi-Rotbein-Club“  (s. auch Jahresbericht 2013)


18.11.2014: Unter Mithilfe von Angehörigen der Wohnanlage hat die Kindergruppe des NABU Rastede, der Rudi-Rotbein-Club, verschiedene Sträucher auf den Wall am Teich im Innenhof der Wohnanlage gepflanzt.


02.12.2014: Die schon aus beruflichen Gründen naturverbundene Unternehmer- familie Garten-Service Sven Janßen überreichte dem NABU Rastede eine großzügige Spende mit einem Scheck über 500 Euro für satzungsgemäße Zwecke. Das Geld wird überwiegend der Kindergruppe zugute kommen. „Unser Anliegen ist es, den guten Zustand des äußerlich marode gewordenen historischen Eisenbahnwaggons wieder herzurichten“, erklärte der Vorsitzende Horst Lobensteiner. Der Waggon ist seit einigen Jahren der Treffpunkt des Rudi-Rotbein-Clubs, der Kindergruppe des NABU Rastedes. Dieser hat sich nach dem Abriss des „Grünen Hauses“ an der AWO-Mühlenstraße im Jahre 2011 für den Erhalt des vom Abtransport und der Verschrottung bedrohten NAJU-Domizils eingesetzt.

02.12.2014: Als ein Riesenspaß erwies sich die Nistkasten-Reinigung der vom Rudi-Rotbein-Club im Kögel-Willms-Wäldchen an der Mühlenstraße in Nähe des Eisenbahnwaggons aufgehängten Nistkästen. 


4. Juli: GEO-Tag auf dem NABU-Gelände im Loyer Moor, Foto S. Lorenz
4. Juli: GEO-Tag auf dem NABU-Gelände im Loyer Moor, Foto S. Lorenz

E x k u r s i o n e n

Vogelkundliche Wanderung durch den Schlosspark

Am Sonntag, den 13. April, kann der NABU Rastede in aller Frühe eine Gruppe von Naturliebhabern am Denkmalsplatz vor der St. Ulrichskirche zu einer vogelkundlichen Exkursion in den Schlosspark begrüßen. Der Treffpunkt ist nicht ganz zufällig gewählt. Denn hier, rund um die Kirchturmspitze, tummeln sich zahlreiche Dohlen, die eifrig mit dem Nestbau und ihrer Brut beschäftigt sind. Die Dohle war im Jahr 2012 vom NABU zum Vogel des Jahres gekürt worden und ist wie z. B. Eulen und Fledermäuse aus dem Kirchturmleben nicht mehr wegzudenken.

Im weiteren Verlauf der Exkursion geht es weniger um die Vogelbeobachtung. Denn mit der fortschreitenden Frühlingszeit genießen die Gefiederten den "Sichtschutz" des Laubes von den Sträuchern und Bäumen. Die Teilnehmer werden daher von Exkursionsleiter Prof. Dr. Klaus Hinsch aufgefordert, ihr Gehör zu trainieren. In Friedhofsnähe gilt es mehrere Stimmen gleichzeitig zu differenzieren. Am häufigsten ist der Gesang der Kohlmeise und des Buchfink zu hören, gefolgt von Zaunkönig, Blaumeise, Rotkehlchen u.a. Der Kleiber und der Zilpzalp, der seinen Namen mit seinem Gesang lauthals und unermüdlich verkündet, sowie die Mönchsgrasmücke sind in der Ferne zu hören.

Hilfestellung zum Bestimmen geben moderne Medientechniken wie die Vogelbestimmung mit Audiodateien von Handy oder mp3-Playern. Neu sind Fachbücher, bei denen man mittels eines kugelschreibergroßen Stiftes ("TING") einen Code zu einer Vogelart einlesen und deren Stimme abspielen lassen kann. Das Vorführen der Geräte fasziniert die Teilnehmer.

Dennoch können einige Gefiederte mit dem Fernglas aus unmittelbarer Nähe beobachtet und gehört werden. Dazu zählen u.a. der Zaunkönig und das Rotkehlchen. Andere überraschende Schlossparkbesucher sind ein Austernfischer auf dem Gelände des Rennplatzes, für deren Beobachtung das Spektiv einen optimalen Sehgenuss bietet. Von dort lassen sich ebenfalls mehrere Stare und für einen kurzen Moment ein Buntspecht bei der Morgentoilette beobachten.

Ebenfalls für einen Augenblick erscheint der Grünspecht, der sich schon durch sein lachendes Rufen angekündigt hatte. Er, der auch als Erdspecht bekannt ist, ist Vogel des Jahres 2014. Auf dem Ellernteich lassen sich lediglich zwei Stockenten im Visier des Spektivs einfangen.

Zum Abschluss werden die Teilnehmer noch einmal aufgefordert, alle Stimmen vor Ort zu erkennen. Nach einem kleinen „Abfragetest“ durch den Exkursionsleiter endet die Veranstaltung für alle erfolgreich.

Naturkundliche Exkursion in das Naturschutzgebiet Gellener Torfmöörte

 

Am Sonntag, den 1. Juni, veranstaltete der NABU Rastede unter Leitung des Landschaftswartes Kay Fuhrmann eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet Gellener Torfmöörte am Rande des Ipweger Moores. Viele selten gewordene Pflanzen, Vögel, Amphibien und Libellen haben hier noch ihre Heimat.

Naturkundliche Exkursion zum Sehestedter Außendeichs-Moor im Weltnaturerbe Wattenmeer

 

Am 13. September wurde mit ca. 15 Teilnehmern eine Fahrt zum weltweit einzigartigen Sehestedter Moor unternommen. Ein kleiner Schauer auf dem Parkplatz konnte die Begeisterung der Teilnehmer nicht trüben. So konnten bei frühzeitig einsetzendem Hochwasser zahlreiche Wasservögel sowohl in Parkplatznähe als auch später in der Beobachtungsstation des Nationalparks beobachtet werden. U. a. waren viele Sandregenpfeifer und ein seltener Regenbrachvogel zu beobachten und eine Rohrweihe entfernte sich schaukelnd über den Strandbereich.

 

A r t e n s c h u t z  

 

-Amphibienschutz                                                                                      

Am Ausgang des Winters wurde wie jedes Jahr Ende Februar/Anfang März zum Schutz der unter Naturschutz stehenden Kröten, Frösche und Molche ein Fangzaun an der Parkstraße in Hankhausen vom Bauhof der Gemeinde aufgestellt. In eingegrabenen Eimern werden so die in den Wäldern des Eichenbruchs überwinternden Amphibien auf dem gefahrvollen Weg zu ihrem Laichgewässer gefangen und zu ihrem Schutz über die Parkstraße getragen.

Die Straße "Am Eichenbruch" wird in Abhängigkeit von der Witterung in der Zeit vom 15. Febr. bis 15. April zur Zeit der Amphibienwanderung von abends 19.00 bis morgens 07.00 Uhr auf jährlich neu zu stellenden Antrag des NABU Rastede mit Hinweisschildern und Schranken für den Autoverkehr gesperrt. Die Schranken werden täglich geschlossen und ebenso wie die Eimertransporte an der Parkstraße von freiwilligen Helfern übernommen. Erstmals beteiligten sich auch die Kinder vom Rudi-Rotbein-Club unter Anleitung von Frau Heinemann an der Aktion. Ohne diese Hilfsaktionen würden Hunderte der geschützten Tiere vom Autoverkehr überrollt.

 

-Brutvogelmonitoring 

Im Rahmen des jährlichen Brutvogelmonitorings in den Rasteder Mooren durch die Mitglieder des NABU Rastede wurden auch 2014 wieder Daten für die deutschlandweit beachteten ornithologischen Jahresberichte der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg (OAO) bzw. die Staatliche Vogelschutzwarte im NLWKN gesammelt. Auch an den jährlichen Winterzählungen beteiligen sich die Mitglieder des NABU Rastede regelmäßig.

 

V e r b a n d s b e t e i l i g u n g 

Wie in den Vorjahren erforderte die Verbandsbeteiligung für (Bau-) Maßnahmen im Ammerland einen nicht unerheblichen Zeitaufwand.

S o n s t i g e  T ä t i g k e i t e n 

Neben der Mitarbeit in den Bürgerinitiativen „KUHDORF – NEIN DANKE!“ und „Windpark Etzhorn“ sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist die Ortsgruppe ehrenamtlich für den NABU Oldenburger Land, die NABU-Stiftung Oldenburgisches Naturerbe, im Umweltausschuss des Landkreises (beratend) und im Arbeitskreis Naturschutz beim Landkreis Ammerland tätig. Auch die Internetseiten werden regelmäßig aktualisiert.

Rastede baut sich zu !

Göhlen, Ipwege, Hankhausen IV, Hahn-Lehmden und und und: Wie ist der Bauwahn in Rastede zu stoppen?
Göhlen, Ipwege, Hankhausen IV, Hahn-Lehmden und und und: Wie ist der Bauwahn in Rastede zu stoppen?

Die Feldlerche: Vogel des Jahres 2019

Bei uns längst zur Rarität geworden und akut vor dem lokalen Aussterben !
Bei uns längst zur Rarität geworden und akut vor dem lokalen Aussterben !

Hankhauser Moor: Über Torfab-bau entscheidet das Gericht !

Umweltausschuss am 10.10.: Die LSG-Verordnung wird vorerst zurückgestellt!
Umweltausschuss am 10.10.: Die LSG-Verordnung wird vorerst zurückgestellt!

Windparks im Norden Rastedes: Stellungnahme unter "Aktuelles"

Fotomontage S. Lorenz (Ipweger Moor)
Fotomontage S. Lorenz (Ipweger Moor)

Klage gegen den Planfeststel-lungsbeschluss des ersten Abschnitts ist eingereicht!

Naturzerstörend wie keine andere und unsinnig zugleich: die A 20 (A 22)
Naturzerstörend wie keine andere und unsinnig zugleich: die A 20 (A 22)

Erschreckend: In 30 Jahren ver- schwanden 3/4 unserer Insekten

Lesenswerter Kommentar dazu von Förster Sönke Hofmann im Weserkurier (23.12.)
Lesenswerter Kommentar dazu von Förster Sönke Hofmann im Weserkurier (23.12.)

Rastedes Verstädterung setzt sich ungebremst fort !

Baugebiet auf Sickerflächen im Göhlen, s. NABU-Stellungnahme, Foto Silke Lorenz
Baugebiet auf Sickerflächen im Göhlen, s. NABU-Stellungnahme, Foto Silke Lorenz
Vielen Dank an BINGO für die Finanzierung des Amphibienteiches an der Parkstrasse!
Vielen Dank an BINGO für die Finanzierung des Amphibienteiches an der Parkstrasse!

Willkommen Wolf ?

Im Ammerland hat er leidvolle Erfahrungen gemacht: s. Stellungnahme des NABU-Landesverbandes Nds.,  Foto: C. Bosch
Im Ammerland hat er leidvolle Erfahrungen gemacht: s. Stellungnahme des NABU-Landesverbandes Nds., Foto: C. Bosch

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